Infos

Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Gedichte.

Februar 2012
M D M D F S S
« Jan    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829  

Archiv der Kategorie Gedichte

Gedicht gefunden

Gedicht gefunden

Heute habe ich Aufgeräumt, mein Bücherregal. Lange war es überfällig, landete doch Neues, was beiweiten nicht immer neu ist, obenauf und anderes wurde gesucht, gefunden, umgeräumt, durcheinander geschaffen. Allein hätte ich nicht aufgeräumt, mein Bücherregal, wenn nicht etwas zu suchen gewesen wäre, ein Formular, ein wichtiges.

Auf der Suche nach dem Formular, was grad Lesezeichen war, schlug ich auf, so manches Buch und darunter auch eines aus vergangnen Tagen, welches ich vor Monaten vom Boden holte. Auf der Seite, welche ich durch Zufall aufgeschlagen, fand sich folgendes Gedicht von Erich Weinert aus dem Jahre 1929:

Prolet und Bonze

 

Der ist sich treu geblieben von je.

Der hat den Klassenkampf nicht vergessen.

Der pfeift auf den opportunistischen Dreh

            Und auf die Staatsinteressen.

 

Der steht noch immer am selben Fleck

Und sehnt sich nach keinem faulen Zauber.

Er schuftet in Ruß und Qualm und Dreck;

            Aber sein Herz ist sauber.

 

Dies Herz, in dem der Aufruhr braust,

Verachtet die bürgerlichen Gesetze.

Der verlässlich sich nur auf die eigene Faust,

            Und nicht auf humane Geschwätze.

 

Den Rest des Eintrags lesen »

Gedanken zu einem Bild!

In der Jungen Welt-Ausgabe vom 18.10.11 findet sich ein Beitrag zum Besuch des Bundespräsidenten in Afghanistan, welcher interessant zu lesen ist! Interessant ist aber auch das Bild, welches Soldaten gerüstet und in Feierlaune den Bundespräsidenten flankierend zeigt. Zu diesem Bild sind mir folgende Gedanken gekommen:

 

Gedanken zu einem Bild!

 

Schlecht rasiert und fern der Heimat,

ein Lächeln auf den Lippen,

den Bundespräsidenten flankierend,

wie schön kann Krieg doch sein!

Die Bilanz ist gut,

zwar gab es den einen oder anderen Toten,

in den eignen Reihen,

doch ist die Zahl der toten Feinde größer anzusetzen!

Die Bilanz gar positiv?

Und wie viel schöner könnte Krieg noch sein,

wenn es an der Heimatfront stimmen würde?

Wenn Unterstützung des eigenen Volkes gewiss!

Dem ist nicht so!

Doch trotzdem,

der Tag ist schön,

das ist zu sehen,

waffenstarrend,

mit einen Lächeln auf den Lippen,

ein Fähnchen auf Waffe und Montur,

Mann ist locker und nicht ernst!

Der Feind,

der Böse ist da fern,

auch wenn er ist im eignen Lande,

auf dem Bild lächeln die fremden Herrn,

mit kugelsicherer Weste und Sonnenblende!

 

Den Rest des Eintrags lesen »

Sozial ist digital, digital ist sozial?

Sozial ist digital, digital ist sozial?

Sozial ist digital, jedenfalls heute soll es das sein! Umgekehrt wird damit unterstellt, dass digital sozial sei und als Ersatz für mangelnden sozialen Kontakt in der realen Welt gelten kann. Ja, da ist von sozialen Netzwerken die Rede, Kontakt, Austausch, kennen lernen, im Internet, mit Hilfe des Selben, im virtuellen „sozialen“ Raum sich tummeln. Freundsein, Freundfinden, Freundinnen natürlich auch, ohne zu wissen wer Freund und Freundin überhaupt sind, ob stimmt was geschrieben und gebildert ist! So sehen soziale Netzwerke heute aus, sollen sie zumindest! Jedenfalls werden Seiten wie FACEBOOK als solche gepriesen, doch wie beschränkt ist dieses soziale Netzwerk, welches nach Belieben manipuliert aber auch abgeschaltet werden kann? Wo Massen sich tummeln, dem realen Leben entfliehen, sich Hoffnungen ergeben und Illusionen gepflegt werden!

Auf der Seite von Bart Engelbart findet sich ein treffendes Gedicht mit dem Titel: „Artgerechte FACEBOOK-Haltung: ein Alptraum am helllichten Tag“ zu Thema, ein Alptraum mit realem Hintergrund! Die Medien unserer Zeit, sie sind die Drogen welche helfen sollen zu vergessen, welche helfen sollen nicht zu erkennen, welche Illusionen pflegen und Kontakte simulieren. Sie sind das Opium für das Volk der Gegenwart!  

Jämmerlich,

Jämmerlich,

Der Tod der Aggressoren,

Jämmerlich,

Gejammer an der toten Aggressoren Schrein,

Jämmerlich,

Auch die Verblendung:

Aggressoren,

Könnten Befreier sein!

Jämmerlich,

Geheuchelt so betroffen,

Jämmerlich,

in Schrei und Liternei,

Jämmerlich,

Wird eingestimmt,

Auf weiteres Mordgeschrei! 

Der Tanz ums Goldene Kalb!

Der Tanz ums Goldene Kalb!

 

Last uns tanzen,

Last uns singen,

So am Kraterrande,

Lasst uns tanzen,

Lasst uns singen,

Freudig in die Glut rein springen,

Lasst uns tanzen,

Lasst uns singen,

In der Glut Freiheit erringen!

Lasst uns tanzen,

Last uns singen,

Bis in Hoffnung wir verglühen!

 

Der Tanz ums Goldene Kalb wird auf dem Vulkan vollfürt!

Geisteszwerg aus Guttenberg!

Geisteszwerg aus Guttenberg!*

 

Es saß in einem Guttenberg,

Ein wahrlich großer Geisteszwerg.

Er kam aus einer alten Zeit,

In einem aktuellen Kleid!

 

Er kam daher,

Mit stolzer Brust,

Und mit gekauftem Spiegel.

Der verriet mit großer Lust,

Was der Zwerg hätte gern gewusst!

 

Der gekaufte Spiegel nun,

Zeugte von der Lebensart,

Die gepaart mit alten Pfründen,

Ließ ihn so den Mars verkünden!

 

Nicht den Schokoriegel,

Gleichen Namens,

Sondern des antiken Gott Erbarmens,

Lässt er seine Mannen streiten,

In so manchen fremden Weiten!

 

Nun, der Spiegel ist zersprungen,

Und es ist ihm nicht gelungen,

Diesen irgendwie zu kitten,

Doch hat das Marssein  drum gelitten?

Muss der große Geisteszwerg,

Nun wieder in seinen Guttenberg?

 

Den Rest des Eintrags lesen »

Was für ein Durchbruch, bei den Hartz IV Verhandlungen!

Was für ein Durchbruch, bei den Hartz IV Verhandlungen!

Was für ein Durchbruch, es könnte gar von einem Dammbruch die Rede sein, wenn dieser Bericht über die Ergebnisse der Diskussion zu den Hartz IV Reformen betrachtet wird. Zwar sind auch kritische Stimmen zu vernehmen, an den gebrochenen Damm werden diese kaum etwas ändern, genauso wenig, wie an der Flut, welche dieser Dammbruch auslösen wird und die Tröpfchengleich, auf der Herdplatte des Lebens, bei erster Berührung, eigentlich schon verdunstet ist.

So ist zu erfahren, dass „für rund 4,7 Millionen Hartz IV Empfänger“, bei offiziell 3,487 Millionen Arbeitslosen im Januar (Punkt 3.1), es 8,-€ im Monat mehr geben wird. Damit die Welle der Flut aber nicht zu heftig einschlägt, wird es zwei Stufen geben, erst einmal 5,-€ und weitere 3,-€ zu einem späterem Zeitpunkt. Das nun, nach langer Diskussion und anscheint schmerzhaften Geburtswehen, nur ein Fliegenschieß geboren wurde, kann nicht darüber hinwegtäuschen, das die Leihmutter der Nation, Ursula von der Leyen, dieses als „großen Erfolg“ wertet und gar vermeint „sozialpolitische Geschichte“ geschrieben zu haben. Womit sie sicher nicht so Unrecht hat, den ein vergleichbares Beispiel der Manifestierung sozialer Ungerechtigkeit, verbunden mit zynischer Rechtfertigung, hat es zumindest in der jüngeren Vergangenheit nicht gegeben. Das die Kinder und Kommunen dann noch als die großen Gewinner gepriesen werden, setzt dem Ganzen nur noch die Krone auf. Aber was soll es, immerhin bekommen Hartz IV Empfänger im April, wenn das Ergebnis zäher Verhandlungen, zur Augenwischerei, vom Bundesrat abgenickt wurde, gleich 20,-€ mehr! Wenn das mal nicht zum Kaufrausch verleitet!

Ach ja, nicht zu vergessen, neben der üppigen Regelsatzerhöhung und den befristeten „Bildungspaket“, wird auch noch ein Mindestlohn für Leiharbeiter eingeführt, begründet wird dieser damit, dass erschwert werden soll, das Arbeitskräfte aus dem Ausland sich am Kampf um die Billigstjobs beteiligen. Von einem prinzipiellen und allgemeinen Mindestlohn ist dieses allerdings noch weit entfernt.

More...Das die beteiligten Parteien das Ergebnis nun für sich als Erfolg verkaufen wollen, zeugt nicht nur von deren Weltfremdheit und den durch sie zu vertretenen Interessen, sondern auch vom schwachen Widerstand, welcher dem gesamten Hartz IV System bis jetzt entgegengebracht wurde. Die Geduld des Volkes scheint grenzenlos zu sein, oder ist es die Angst, dass es noch schlimmer kommen könnte? Egal, es wird kommen, wie es kommen muss und ohne Widerstand eben noch schlimmer!

Hier ein Gedicht, passend zum Thema:

Knigge für Unbemittelte

Ans deutsche Volk, von Ulm bis Kiel:
Ihr esst zu oft! Ihr esst zu viel!
Ans deutsche Volk, von Thorn bis Trier:
Ihr seid zu faul! Zu faul seid ihr!

Und wenn sie auch den Lohn entzögen!
Und wenn der Schlaf verboten wär!
Und wenn sie euch so sehr belögen,
Dass sich des Reiches Balken bögen!
Seid höflich und sagt Dankesehr.

Die Hände an die Hosennaht!
Stellt Kinder her! Die Nacht dem Staat!
Euch liegt der Rohrstock tief im Blut.
Die Augen rechts! Euch geht’s zu gut.

Ihr sollt nicht denken, wenn ihr sprecht!
Gehirn ist nichts für kleine Leute.
Den Millionären geht es schlecht.
Ein neuer Krieg käm ihnen recht,
So macht den Ärmsten doch die Freude!

Ihr seid zu frech und zu begabt!
Seid taktvoll, wenn ihr Hunger habt!
Rasiert euch besser! Werdet zart!
Ihr seid kein Volk von Lebensart.

Und wenn sie euch noch tiefer stießen
und würfen Steine hinterher!
Und wenn Sie euch verhaften ließen
und würden nach euch Scheiben schießen!
Sterbt höflich und sagt Dankesehr.

Erich Kästner, 1928

< -->

Metamorphose des Glaubens!

Metamorphose des Glaubens!

 

Glaube, der ist abgestürzt,

Nun kann er sich erheben,

Und breitet seine Schwingen aus,

Sich dem Nirwana zu ergeben!

So aufgestiegen, bleibt er dann,

In Ewigkeit gekettet,

Das Dogma haftet ihm nun an,

Mit einem klarem -ismus!

 

Glaube, nun ist abgestürzt,

Nun kann man ihn erheben,

Die Landung, nach dem freien Fall,

Sie ist so kein Problem,

Den schlägt er auf, mit großen knall,

Wird er zu Grunde gehen,

Um als Wissen allemal,

Wieder auf zu stehen!

 

Den Rest des Eintrags lesen »

Freidenker!

Freidenker!

Auf der Rückseite des aktuellen Freidenker, welches zum Thema Friedrich Engels hat, findet sich folgendes Gedicht von Georg Herwegh.

 

Georg Herwegh, 1868

An die Geduld

 

Ihr lieben Leut`, seid doch zufrieden,

Und schickt euch in die böse Welt.

Das Los hat euch von Gott beschieden,

Dass überall ein Christ uns hält.

Wer nur den lieben Gott lässt walten,

Der lässt auch alles hübsch beim Alten.

Es gibt auf Erden weit und breit

Nichts Schön`res als Zufriedenheit!

 

Den Rest des Eintrags lesen »

Drei Frösche!

Drei Frösche!

 

Drei Frösche sind´s gewesen,

ein Optimist,

ein Pessimist,

der dritte war ein Realist,

die spielend eine Wiese querten,

auf der ein Eimer frischer Milch,

ihn zum Verhängnis werden wollte.

 

Den Rest des Eintrags lesen »