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Archiv der Kategorie Aktuell, Wirtschaft, EU, Schulden, Krisen
Gauckelei!
22.2.2012 by kucaf.
Das Kind faschistischer Eltern wusste schon mit 9 Jahren, also im Gründungsjahr der DDR, das der Sozialismus ein Unrechtssystem ist. Obwohl er zum Ende des zweiten Weltkrieges erst 5 Jahre als war, hatte die faschistische Hirnwäsche doch erhebliche Wirkung hinterlassen. Oder hatten Vater und Mutter weiter bei ihrem Sohn Hirn gewaschen, um ihn auf ihre traditionelle Linie zu fixieren, eigener Erfahrungswelt konnte diese Ansicht zu diesem Zeitpunkt nicht entspringen. Der Vater wurde 1951 von der Besatzungsmacht verhaftet, verurteilt und nach Sibirien verbracht. Nicht der einzige Faschist, welchen dieses Schicksal im Osten Deutschlands ereilte und im Gegensatz zu bundesdeutschen Geflogenheiten nicht mittel Persilschein rein gewaschen und in Amt und Würden übernommen wurde.
Gauck war ein Mensch mit wankelmütigem Charakter, welcher es verstand sich den Verhältnissen anzupassen und diese zu seinen Vorteil zu nutzen. Er wusste ganz genau wem er in den A**** kriechen musste um im rechten Licht zu erscheinen und das ohne wirklich seine rechten Positionen, seinen ausgeprägten Antikommunismus, Chauvinismus, Rassismus, etc. aufgeben zu müssen. In der DDR gelang es ihm sich so zu verstellen, dass er in den Genuss so manches Privilegs kam. So durften seine Söhne ausreisen und ihn im Nachhinein regelmäßig besuchen. Das er diese Besuche erwidern konnte stand außer Frage und damit er sich im Westen nicht blamierte, wurde für ihm sogar ein VW Bus importiert. Er hat es immer verstanden sein Fähnchen in den Wind zudrehen und jede Gelegenheit genutzt sich so zu stellen, dass sein Schatten verdeckt, was seinem Ansehen schaden könnte. Das er gerade auch als „Aktenverwalter“ der nach ihm benannten Behörde, den Fall seines Schatten beeinflussen konnte und davon auch gebrauch gemacht hat, ist durchaus schon länger bekannt. Die „Larve“ hat sich eigentlich schon lange entpuppt, vielleicht ist Gauck aus diesem Grunde dem Volk auch nur noch als ein „Präsident der Herzen“ zu verkaufen, welcher in Gestalt eines rührseligen Opas daherkommt und seine Tauglichkeit für diese Amt gerade dadurch bewiesen hat, dass er es eben verstand, sein Fähnchen immer in den für ihn richtigen Wind zu hängen, ohne dabei jedoch seine Grundüberzeugungen, welche heute durchaus wieder traurige Popularität besitzen, aber auch Tradition im Bundespräsidentenamt haben, aufzugeben.
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Wurde zurückgetreten, der Bundespräsident?
19.2.2012 by kucaf.
Nun ist der Bundespräsident zurückgetreten, wahrscheinlicher ist, dass er zurückgetreten wurde, weil er nicht wunschgemäß getreten und zurückgetreten hat. Und was wird von Wulf in seinem Amt als Bundespräsident übrig bleiben? Wahrscheinlich nicht nur das er ein Karrierist ohne Charisma war (ist), sondern in der Lösung seiner Probleme selbst zu peinlich für seine Förderer wurde. Auf der Seite von Barth-Engelbart finden sich einige Gedanken zum Thema, welchem eigentlich schon zuviel Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Folgenden Kommentar habe ich hinterlassen:
Guter Text, trifft ins Schwarze und letztlich ist Wulf nicht mehr der Richtige für seine Förderer, aus diesem Grund muss er über die stumpfe Klinge springen, welche zudem noch gut gepolstert ist. Dieser mittelmäßige Karrierist wurde mit der Zeit selbst seinen Karriereförderern zu peinlich, davon zeugen nicht nur seine Reaktionen auf die gemachten Vorwürfe. Bei entsprechend souveräner Reaktion seinerseits, wäre sein Amt wahrscheinlich nicht bedroht gewesen, seine Förderer sich nicht zurückgezogen und die Presse hätte alles im Sande verlaufen lassen. Aber wenn schon jemand im politischen Amt seine Rechtsanwälte vorschicken muss, dann fehlen ihn nicht nur die geforderten charismatischen Züge, sondern das Amt kann gleich den Anwälten übertragen werden. Das der ganze Vorgang taugt von anderen Problemen abzulenken, in dem ein politisch unbedeutendes Amt und sein Inhaber in den Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen gestellt werden, stehen sicher außer Frage.
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Zehn Anmerkungen zum Krieg in Libyen unter Berücksichtigung imperialer Bestrebungen.
17.11.2011 by kucaf.
Zehn Anmerkungen zum Krieg in Libyen unter Berücksichtigung imperialer Bestrebungen.
Was hat der Krieg in Libyen mit der Eurozone zu tun?
Eine komplexe Betrachtung des Libyenkrieges und seiner Folgen findet sich auf der Seite von Barth-Engelbart. Dabei hat der Verlauf in jüngster Vergangenheit verschiedene Voraussagen im Text schon bestätigt.
Ein interessantes Zitat aus dem Text: „Arabischer Frühling : Ändern, damit sich nichts ändert, außer dort, wo dies in unserem eigenen Interesse ist (Libyen).“
Hier der komplette Text:
Der politische Analyst, Historiker und Zukunftsforscher, Prof. Dr. Luigi Ambrosi hat zahlreiche Bücher in Italien publiziert, schreibt für führende wissenschaftliche Periodika und lehrt(lehrte) an Universitäten in Rom, Mailand, Bolongna, Calabria ..
Prof. Dr. Luigi Ambrosi: 10 Geostrategische Anmerkungen zur Besetzung Libyens -
Luigi Ambrosi è dottore di ricerca in Storia contemporanea presso La Sapienza-Università di Roma. Si è laureato a Bologna, ha svolto un master in Storia, didattica e comunicazione a Milano e collabora all’attività didattica presso l’Università della Calabria. Ha pubblicato una monografia, La rivolta di Reggio. Storia di territori, violenza e populismo (Rubbettino, 2009, con Prefazione di Salvatore Lupo), e saggi su varie riviste scientifiche: «Giornale di storia contemporanea», «Storia e Futuro» e «Zapruder», della cui redazione fa parte. Ha partecipato a workshop e seminari di studio in Italia e in Francia. Si interessa di storia della conflittualità e dell’ordine pubblico, del rapporto tra politica e territorio, di identità locali e populismi.
Luigi Ambrosis folgenden Artikel hat Bernd Duschner ins Deutsche übersetzt und mich gebeten, ihn hier zu veröffentlichen:
Der nachfolgende Artikel von Luigi Ambrosi erschien bereits am 24.10.2011 in diversen italienischen Publikationen wie z. B. resistenze.org, hat jedoch nichts an Aktualität verloren. Die deutsche Übersetzung besorgte Bernd Duschner.
Mit der Hinrichtung Gaddafis und der Besetzung Libyens unter zu Hilfenahme der Marionettenregierung des Übergangsrates, endet zunächst eine weitere imperialistische Operation der Hauptmächte des früheren Kolonialismus.
Das gesamte Bündnis der westlichen Sieger im 2.Weltkrieg (USA, GB, Frankreich) findet sich wieder vereint, um sich die Ressourcen eines souveränen Staates einzuverleiben.
Einige geopolitische Anmerkungen sind dazu angebracht. Dabei verstehe ich unter Geopolitik die Analyse der internationalen Kräfteverhältnisse. Obwohl frühere historische Ereignisse (vom Wiener Kongress bis zur Konferenz von Yalta) es nahelegen sollten, geopolitischen Zusammenhängen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, werden sie in den Analysen noch nicht angemessen berücksichtigt.
Erste Anmerkung: Die „Rückeroberung“ Libyens bedeutet einen Sieg der Nato und des westlichen Imperialismus auf internationaler Ebene.
Sie bekräftigt ihre politische und militärische Vormachtstellung auf dem Planeten. Sie ist eine Warnung an alle souveränen Staaten davor, sich den wirtschaftlichen und politischen Interessen der Länder der westlichen Allianz nicht entgegenzustellen. Trotz ihrer Wirtschaftskrise verfügen sie über ein militärisches Potential, das ihnen die Überlegenheit sichert. Iran, Venezuela, Bolivien und vor allem die BRICS Staaten sind gewarnt. Wir haben eine offen neokoloniale Operation der alten Kolonialmächte erlebt. Wir können sie als einen ersten Sieg der Nato im neuen Weltkrieg, dem Weltkrieg gegen die BRICS Staaten mit China an der Spitze, ansehen. Der Präsident der USA Barack Obama hat erklärt, der Tod Gaddafis bedeute, dass „wir jetzt in der ganzen Welt die Macht der amerikanischen Führung sehen“. Dazu hat er dieses Mal erreicht, dass zahlreiche europäische Staaten an dem Krieg teilgenommen haben.
Zweite Anmerkung: Die BRICS Staaten und ihr wachsender politischer (und wirtschaftlicher) Einfluss als Gegenpol zum westlichen Imperum und der Nato haben einen spürbaren Rückschlag erhalten.
Der Großteil der Länder der Welt dürfte von diese Machtprobe, der Vernichtung eines souveränen Staates, der Hinrichtung eines Staatsoberhauptes, der Zerstörung seiner Infrastruktur und der Beschlagnahme seiner Rohstoffe als Ergebnis eines acht Monate dauernden Krieges eingeschüchtert sein. Falls hinter der Entscheidung Russlands und Chinas nicht eine wohldurchdachte Strategie steckt, dürfte ihr Verzicht auf ihr Veto in der UNO ein schwerer Fehler gewesen sein. Die USA setzen ihrerseits seit Jahrzehnten bei Resolutionen über den Staat Palästina ihr Veto ein. Wir wollen nicht glauben, dass sich China allein mit den Erklärungen des US Vizepräsidenten über die Anerkennung der Souveränität Chinas über Taiwan und Tibet zufriedenstellen ließ. Mit Sicherheit braucht China Zeit und vermeidet Fallstricke, die zu einer offenen Konfrontation führen können. In Russland hat jetzt der Wahlkampf begonnen. Er dürfte zur Ablösung von Medwedew durch Putin führen. Medwedew hatte sich stärker mit dem Westen eingelassen. Tatsache bleibt, dass beide Mächte einen Rückschlag und spürbaren wirtschaftlichen Schaden erlitten haben (30.000 chinesische Arbeiter wurden aus Libyen evakuiert, große Verträge Russlands über militärische Lieferungen und die Ausbeutung von Öl- und Erdgaslagerstätten wurden annuliert usw).
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„Jedem Europäer muss inzwischen klar sein, …
7.11.2011 by kucaf.
Gestern gelesen.
Auf der Seite Kritische Massen wurde ich auf einen Beitrag aufmerksam, welchem ich folgendes Zitat entnommen habe:
„Jedem Europäer muss inzwischen klar sein, in welche Richtung sich die EU entwickelt: in die eines absolutistischen Einheitsstaats, in dem die Meinung und der Wille des Volkes zur größten Bedrohung der Machthaber wird.“
So gehen die Entwicklungen nicht nur in Griechenland weiter, wobei dort nun um die Pöstchen in einer Übergangsregierung gefeilscht wird. In diesem Zusammenhang und den politischen Machtstrukturen in Europa entsprechend, werden wohl jene die besten Karten haben, welche am ehesten in der Lage sind, die an Griechenland gestellten Forderungen zu erfüllen.
Ja, es geht ein Ruck durch Europa, die Finanzwelt wird durchgeschüttelt und die dortigen Beben entfalten ihre Rückwirkung auf die Realwirtschaft. Um alles meistern zu können, wird nicht nur in Griechenland die bürgerliche Demokratie zu Grabe getragen, sondern auch in den anderen EU-Staaten. Dabei dürfte eigentlich Gewissheit bestehen, die Maßnahmen der EU im Zusammenhang mit Griechenland können nur gegen das griechische Volk durchgesetzt werden, wobei in diesem Zusammenhang vom fortdauernden Widerstand des griechischen Volkes in den Medien nichts zu vernehmen ist. Dort wird eher die Illusion verbreitet, dass sich mit einer neuen Regierung alles ändert und somit der Widerstand nur der alten Regierung galt, aber nicht den Maßnahmen, welche die Griechen über sich ergehen lassen sollen, in der Illusion vom Rettungspaket profitieren zu können. Wie an anderer Stelle aber schon bemerkt, dieses Rettungspaket dient nur dazu die Gelüste der Banken zu befriedigen und Griechenland mittels Privatisierungswelle ausbluten zu lassen. Wenn dieses gelungen ist, dann erst ist freie Bahn für den Staatsbankrott.
In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass griechische Staatsanleihen in letzter Zeit zu 30% ihres Wertes gehandelt wurden, ein interessanter Preis für institutionelle Anleger, gerade mit den Gedanken im Hinterkopf, dass 50% des Wertes mittels „Rettungsprogramm“ der EU garantiert werden. Allein schon dieser Gesichtspunkt verdeutlicht, dass es für die Gläubiger und deren willfähige Vollstrecker keinen Grund gibt etwas anbrennen zu lassen. Es geht um viel Geld, um sehr viel Geld, es geht um Profit und da ist unter Umständen jedes Mittel recht, diesen auch zu erlangen.
Letzten Endes wird aber auch das nichts Nutzen, da auch durch diese Maßnahmen immer mehr Geld geschaffen wird, welches immer weniger Substanz repräsentiert. Die Staatsverschuldung wird weiter zunehmen, in der gesamten kapitalistischen Welt und das letztlich nur um die Akkumulation des Kapitals am Laufen zu halten. Nur wo immer mehr Kapital entsteht, muss auch immer mehr Kapital akkumulieren, wobei die reale Wirtschaft die entsprechenden Möglichkeiten schon lange nicht mehr bieten kann. Was hingegen dabei herauskommt, wenn immer mehr Kapital fiktiv akkumuliert, konnte in den letzten Jahren beobachtet werden, als eine Finanzblase nach der anderen platzte und versucht wurde die Folgen mit immer größeren Mengen Geldes zu stopfen. Um etwas anderes handelt es sich bei den Rettungspaketen für Griechenland gegenwärtig auch nicht. Nein, nicht nur die Lösung solcher Probleme ist mittels Geld nicht möglich, ganz im Gegenteil, Probleme werden in ihrer Lösung verschoben und potenzieren sich! Der Strudel, welcher Mangels der Möglichkeiten für reale Kapitalkumulation in der Wirtschaft entsteht, kann mittels Geld nicht gestoppt werden, egal wie viel hinein geschmissen wird, ganz im Gegenteil, er hat das Potenzial sich zu einem schwarzen Loch zu verdichten, welches droht alles in sich hineinzusaugen.
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Demokratie oder Diktatur in Griechenland?
3.11.2011 by kucaf.
Demokratie oder Diktatur in Griechenland?
Nun ist die Ablenkung gelungen, europäischer Druck und Empörung fruchten und so wird in Griechenland von angekündigter Volksabstimmung über das „Rettungspaket“ zur offenen Diktatur umgeschaltet. Experten sollen eine Regierung stellen, Politiker nicht beteiligt und alles unter Dach und Fach bringen. Anschließend soll es Neuwahlen geben, dass kann schon im Dezember sein, ist zu lesen. Letzteres lässt auf einen sehr engen Zeitplan schließen, um das „Rettungspaket“ durchzudrücken! So ist es nun einmal, selbst die beschränkte bürgerliche Demokratie hat sich hier als unpraktisch erwiesen und so wird sie einfach zu den Akten gelegt. Hier geht es um Monopolinteressen, hier geht es um sehr viel Geld, da werden keine Spielchen mehr geduldet, das ist zu ernst und keine Zeit mehr sich in demokratisches Geplänkel zu ergeben. Der Jahresabschluss der Bankhäuser muss gemacht werden, Geld steht bereit und nun soll es gefälligst auch den Besitzer wechseln! Aber nicht nur dieses, auch der Schuldenschnitt wird erst mit der griechischen Zustimmung möglich, dass sind Verluste, welche es gilt zu Bilanzieren! Wie schon gesagt, Profanerweise geht das Jahr zu Ende und Verluste machen sich in Jahresabschlüssen nicht nur schlecht, zumindest schmälern sie die Gewinne und somit auch die Steuerschulden der Banken.
Zwar hatten Banken angekündigt ihre Zusagen zum Schuldenschnitt zurück zu nehmen, wenn die Griechen abstimmen wollen, aber angesichts der Tatsachen in Griechenland kann eine solche Drohung nur ins Leere laufen. Banken verzichten auch nicht ohne Grund auf Forderungen, solange sie eine Möglichkeit sehen diese noch eintreiben zu können. Das Zugeständnis der Banken ist dem Umstand geschuldet, dass sie ohnehin auf einen großen Teil der Forderungen sitzen bleiben würden. Dabei ist den Banken sicher die halbe Miete lieber, als der ganze Verlust, vor allen wenn diese Miete von dritten gezahlt wird! Außerdem können die Banken ja auch noch an den mit dem „Rettungspaket“ verbundenen Sparprogrammen und Privatisierungen verdienen, ein saftiger Brocken also.
Und allein stellt sich die Situation so da, dass Griechenland von sich aus die andere Hälfte auch nicht bedienen könnte und aus diesem Grund wurde ein Rettungsprogramm der EU für die Banken geschmiedet. Dessen Annahme letztlich zwar ein Ausbluten des Landes bedeuten würde, was aber nicht hindert zum großen “Restefressen” zu blasen. Den Staatsbankrott kann Griechenland noch früh genug beantragen, wichtig ist, dass dieses nicht erfolgt, bevor der letzte verwertbare Tropfen “Blut” geflossen ist.
Das einzige Haar in der Suppe, die Griechen müssen zustimmen, zumindest die Regierung. Da der allgemeine Widerstand in Griechenland aber nicht zu brechen und von der Hand zu weisen ist, schon gar nicht zu ignorieren, hat der Premierminister kalte Füße bekommen und sich entschlossen ein Referendum zu initiieren. Sicher auch eine Möglichkeit den Widerstand zumindest in die Irre zu leiten.
Nun hat er aber die Rechnung ohne den eurokratischen Wirt gemacht, welcher auch Geld sehen möchte, wenn es schon da ist! Und bei Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf, da werden keine demokratischen Spielchen mehr geduldet, vor allen wenn die Zeit drückt. Ein Referendum dauert viel zu lange und die Vergangenheit hat durchaus schon bewiesen, dass ein solches auch in die Hosen gehen kann, dass Volk anders entscheidet, als es in diesem Falle den Vorstellungen der Rettungspaketkonstrukteure entspricht. Schnell muss nun gehandelt werden, also wird zum altbekannten Mittel der Diktatur gegriffen, einer Diktatur der „Spezialisten“! Diese werden wahrscheinlich von den Banken selbst gestellt, oder zumindest ausgewählt. Die Zielvorgabe steht fest und nun muss gehandelt werden. Wie sich dagegen der Widerstand des Volkes verhalten wird, bleibt abzuwarten und es ist kaum davon auszugehen, dass das griechische Volk es so einfach zulässt den Hebel auf offenen Diktatur in ihrem Land umzulegen.
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Nun wird vom Staatsbankrot orakelt, … den Griechischen!
2.11.2011 by Tolo.
„Kippen die Griechen die Griechen-Rettung“ und Retten sich damit selbst? Oder wird hier auf den anhaltenden Widerstand reagiert, um letztlich diesen zu schwächen, in dem er weg von der Straße, hinein in die Wahllokale gelockt wird?
Da zittern die Schürer verschiedener Rettungspakete. Vor den Kopf wurden sie gestoßen von einem Premierminister, welcher eigentlich doch ihr Freund sein sollte. Ist er sicher auch, nur scheint seinem Volk nicht zu gefallen, was ablief. Und so meldete es nicht nur Widerstand an, sondern praktizierte diesen sogar, ließ sich selbst durch Gewalt, Verunglimpfung und den Einsatz von Provokateuren nicht ablenken. So hatte das Volk zum Mittel des Generalstreiks gegriffen und zeigt, über welche Macht es verfügt. Diese Macht gilt es zu brechen und so werden alle Register gezogen, welche Rettung versprechen, Rettung vor der Macht des Volkes! Die Partner in der EU wurden überrascht, jedenfalls lassen die Reaktionen dieses vermuten. Es wird orakelt, verkündet, vereinbart und selbst von Rettung der Demokratie geschwafelt.
Nun wird vom Staatsbankrott orakelt, was sicher nicht so unrichtig ist, wenn es zu einer Abstimmung kommt und das griechische Volk sich mehrheitlich gegen die gebotenen Rettungspakete wendet. Genau genommen dienen diese auch nicht der Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott, sondern der Schadensbegrenzung im Interesse dort agierender Banken. Die mit den Rettungspaketen verordneten Privatisierungsorgien würden ihr übriges tun und den Staatsbankrott befördern, nachdem er erst einmal verschoben wurde. Da ist es schon besser, gleich den Bankrott zu erklären. Das Leben geht weiter und was schert den einfachen Griechen das Schicksal international agierender Bankhäuser? Diese haben sich ohnehin verpflichten lassen, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten, was ihnen ermöglicht, den Rest zumindest zu retten, vorausgesetzt, das griechische Volk würde mitspielen. Ansonsten lösen sich diese Forderungen ebenfalls in Wohlgefallen auf, was den Banken alles andere als wohlgefällig ist!
Letztlich ist diese Entscheidung den Protesten in Griechenland zu verdanken, was die Börsen wiederum schockiert und entsprechende Reaktionen fördert. Nach der Euphorie, welche an den Börsen herrschte, als das Rettungspaket geschnürt wurde und gerade die Kurse der Banken in die Höhe schnellen ließ, folgt nun der Katzenjammer.
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Es bewegt sich was in der Welt, …
17.10.2011 by kucaf.
Es bewegt sich was in der Welt, Widersprüche spitzen sich zu, Menschen gehen auf die Straße und äußern sich, nur ist es von der Empörung bis zur verändernden Tat noch ein Stück Weg.
Bei Barth Engelbart findet sich ein Beitrag zur „“Occupy Wall Street”“ Bewegung und wie versucht wird diese zu vereinnahmen. Nun ist dieses eine junge Bewegung, Erfahrungen gibt es kaum, wobei ihr Anliegen weltweit Nachahmer findet. Die Widersprüche innerhalb des kapitalistischen Systems spitzen sich zu und es wird selbst in den Hauptländern des Kapitals für die Machtausübenden immer schwerer ihre Völker bei der Stange zu halten. Wenn sich Widerstand nun formiert wird erst einmal versucht diesen zu ignorieren und mittels Medienmacht kleinzureden, wenn dieses nicht erfolgreich ist, wird versucht die Bewegung zu vereinnahmen und den eigenen Interessen entsprechend zu lenken.
Und so wird versucht eine jede Bewegung, welche dem System des Kapitals gefährlich werden könnte, von Anfang an zu unterwandern. Nun ja, nicht von Anfang an, erst wird verschwiegen, dann klein geredet, verunglimpft, relativiert. Das ist sicher nicht neu, nur mit der Zuspitzung der Widersprüche innerhalb der Gesellschaft wird auch dieses schwerer werden.
Dabei ist die Ausgangsposition nicht besonders günstig, ist es doch in den letzten Jahrzehnten gelungen Menschen ihren eigentlichen Problemen zu entfremden und sie zu Erfüllungsgehilfen gegen ihre eigenen Interessen zu machen. Nun setzt ein langsames Erwachen ein, zwar stimmt es das; „die größte Schwäche der OWS -Bewegung ist der Mangel an klaren Forderungen, programmatischen Debatten, mehr BAUCH als HIRN.“ Nur woher soll das Hirn kommen, wenn über Jahre hinweg zumeist der Bauch trainiert wurde?
Letztlich kann eigentlich nur die Schlussfolgerung daraus gezogen werden, selbst Einfluss zu gewinnen, aufzuklären und die eigentlichen Hintergründe diverser NGO`s aufzuzeigen. Dabei ist es gut möglich dass ein solches Vorgehen erst einmal erfolglos sein wird, aber im Laufe der Zeit und mit Zuspitzung gesellschaftlicher Widersprüche wird sich Erfolg einstellen. Desto mehr solche Bewegungen ihre Partner erkennen und deren Einfluss auf Erfolg und Misserfolg, desto konsequenter wird die Spreu vom Weißen getrennt!
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Aufruf von Mikis Theodorakis
16.10.2011 by kucaf.
„Wir bitten Sie um Solidarität in Ihrem eigenen Interesse!“
Theodorakis ruft zum Widerstand auf
An die empörten Bürger Griechenlands und Europas Wir begrüßen die Zehntausenden, sogar Hunderttausenden von Bürgern, vor allem junge Menschen, die sich auf den Plätzen aller großen Städte versammelt haben, um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen im Gedenken an das Memorandum (Rahmenvereinbarung zwischen der griechischen Regierung, EU, IWF und der EZB, seit Mai 2010 unterzeichnet und dann regelmäßig erneuert), und den Abschied der Regierung der Schande und aller politischen Mitarbeiter zu fordern, die dem öffentlichen Wohl dienen sollten und denen es gelungen ist, Griechenland zu zerstören, zu plündern und zu versklaven. Anstatt ins Parlament gehören diese Leute alle ins Gefängnis. Wir begrüßen die erste Generalversammlungen, die in den Zentren unserer Städte stattfinden, und die direkte Demokratie, die die neuartige Bewegung der Jugend zu entdecken sucht. Wir begrüßen die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, welche Demonstrationen, Streiks und Besetzungen begonnen haben, um einen Staat zu verteidigen, der, statt einer Auflösung im Rahmen des IWF, eine Verbesserung und eine radikale Reform verzweifelt benötigt. Durch ihre Proteste verteidigen die Arbeiter der Hellenic Postbank, der National Elektrizitäts-Regie und der Gesellschaft der öffentlichen Lotterie- und Sport-Wetten, das Erbe des griechischen Volkes, das die ausländischen Banken, mittels ihrer Marionetten-Regierung in Athen, zu plündern gedenken. Der beispielhafte Pazifismus dieser Demonstrationen hat gezeigt, dass, wenn Polizei und Provokateure keinen Befehl erhalten einzugreifen, Blut nicht fließt. Wir appellieren an die griechische Polizei nicht die Instrumente der dunklen Kräfte zu werden, die auf alle Fälle versuchen wollen, zu einem gewissen Moment die Jugendlichen und Arbeiter blutig zu unterdrücken. Ihr Platz, ihre Pflicht und ihr Interesse ist es, an der Seite des griechischen Volkes, der Proteste und der friedlichen Forderungen, an der Seite Griechenlands zu stehen, und nicht an der jener dunklen Kräfte, die ihre Politik der jetzigen Regierung diktieren. Ein Jahr nach der Abstimmung über das Memorandum, scheint alles dessen Scheitern zu beweisen.
Nach dieser Erfahrung ist nicht mehr die geringste Illusion gestattet. Der Weg, den die Regierung eingeschlagen hat und auch weiterhin einschlägt, unter der Aufsicht von Banken und ausländischen Unternehmen, von Goldman Sachs und seinen Mitarbeitern in Europa, führt Griechenland in die Katastrophe. Es ist unerlässlich, dass dies sofort aufhört, es ist unerlässlich, dass sie das Land sofort verlassen. Tag für Tag offenbaren ihre Praktiken wie gefährlich sie für dieses Land sind. Es ist erstaunlich, dass der Generalstaatsanwalt noch nicht gegen den Minister für Wirtschaft und Finanzen, nach dessen jüngsten Aussagen über die drohende Insolvenz und das Fehlen von Haushaltsmitteln, eingegriffen hat. Warum hat er nicht eingegriffen in Reaktion auf die Äußerungen des Präsidenten des Bundesverbandes der Arbeitgeber der Industrie und der griechische EU-Kommissarin Mari Damanaki über ein Verlassen des Euro? Warum hat er nicht gegen den Massenterrorismus eingegriffen, mit dem eine bankrotte Regierung unter dem Diktat der Troika [EU - IWF - EZB], wieder einmal versucht, das griechische Volk zu erpressen? Durch ihren Katastrophismus, ihre tragische Anspielungen und alles was sie erfinden und quasseln um die Griechen aufzuschrecken, ist es ihnen gelungen, unser Land in der Welt zu demütigen und es tatsächlich an den Rand des Bankrotts zu bringen. Wenn ein Geschäftsmann in der gleichen Weise spräche, wie dies der Premierminister und seine Minister tun, wenn sie von Griechenland reden, würde er sich sofort wegen schwerer Unterschlagung hinter Gittern wieder finden.
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