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Archiv der Kategorie Aktuell: Libyen

Zehn Anmerkungen zum Krieg in Libyen unter Berücksichtigung imperialer Bestrebungen.

Zehn Anmerkungen zum Krieg in Libyen unter Berücksichtigung imperialer Bestrebungen.

Was hat der Krieg in Libyen mit der Eurozone zu tun?

Eine komplexe Betrachtung des Libyenkrieges und seiner Folgen findet sich auf der Seite von Barth-Engelbart. Dabei hat der Verlauf in jüngster Vergangenheit verschiedene Voraussagen im Text schon bestätigt.

Ein interessantes Zitat aus dem Text: „Arabischer Frühling : Ändern, damit sich nichts ändert, außer dort, wo dies in unserem eigenen Interesse ist (Libyen).“

Hier der komplette Text:

Der politische Analyst, Historiker und Zukunftsforscher, Prof. Dr. Luigi Ambrosi hat zahlreiche Bücher in Italien publiziert, schreibt für führende wissenschaftliche Periodika und lehrt(lehrte) an Universitäten in Rom, Mailand, Bolongna, Calabria ..

Prof. Dr. Luigi Ambrosi: 10 Geostrategische Anmerkungen zur Besetzung Libyens -

Luigi Ambrosi è dottore di ricerca in Storia contemporanea presso La Sapienza-Università di Roma. Si è laureato a Bologna, ha svolto un master in Storia, didattica e comunicazione a Milano e collabora all’attività didattica presso l’Università della Calabria. Ha pubblicato una monografia, La rivolta di Reggio. Storia di territori, violenza e populismo (Rubbettino, 2009, con Prefazione di Salvatore Lupo), e saggi su varie riviste scientifiche: «Giornale di storia contemporanea», «Storia e Futuro» e «Zapruder», della cui redazione fa parte. Ha partecipato a workshop e seminari di studio in Italia e in Francia. Si interessa di storia della conflittualità e dell’ordine pubblico, del rapporto tra politica e territorio, di identità locali e populismi.

Luigi Ambrosis folgenden Artikel hat Bernd Duschner ins Deutsche übersetzt und mich gebeten, ihn hier zu veröffentlichen:

Der nachfolgende Artikel von Luigi Ambrosi erschien bereits am 24.10.2011 in diversen italienischen Publikationen wie z. B. resistenze.org, hat jedoch nichts an Aktualität verloren. Die deutsche Übersetzung besorgte Bernd Duschner.

Mit der Hinrichtung Gaddafis und der Besetzung Libyens unter zu Hilfenahme der Marionettenregierung des Übergangsrates, endet zunächst eine weitere imperialistische Operation der Hauptmächte des früheren Kolonialismus.

Das gesamte Bündnis der westlichen Sieger im 2.Weltkrieg (USA, GB, Frankreich) findet sich wieder vereint, um sich die Ressourcen eines souveränen Staates einzuverleiben.

Einige geopolitische Anmerkungen sind dazu angebracht. Dabei verstehe ich unter Geopolitik die Analyse der internationalen Kräfteverhältnisse. Obwohl frühere historische Ereignisse (vom Wiener Kongress bis zur Konferenz von Yalta) es nahelegen sollten, geopolitischen Zusammenhängen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, werden sie in den Analysen noch nicht angemessen berücksichtigt.

Erste Anmerkung: Die „Rückeroberung“ Libyens bedeutet einen Sieg der Nato und des westlichen Imperialismus auf internationaler Ebene.

Sie bekräftigt ihre politische und militärische Vormachtstellung auf dem Planeten. Sie ist eine Warnung an alle souveränen Staaten davor, sich den wirtschaftlichen und politischen Interessen der Länder der westlichen Allianz nicht entgegenzustellen. Trotz ihrer Wirtschaftskrise verfügen sie über ein militärisches Potential, das ihnen die Überlegenheit sichert. Iran, Venezuela, Bolivien und vor allem die BRICS Staaten sind gewarnt. Wir haben eine offen neokoloniale Operation der alten Kolonialmächte erlebt. Wir können sie als einen ersten Sieg der Nato im neuen Weltkrieg, dem Weltkrieg gegen die BRICS Staaten mit China an der Spitze, ansehen. Der Präsident der USA Barack Obama hat erklärt, der Tod Gaddafis bedeute, dass „wir jetzt in der ganzen Welt die Macht der amerikanischen Führung sehen“. Dazu hat er dieses Mal erreicht, dass zahlreiche europäische Staaten an dem Krieg teilgenommen haben.

Zweite Anmerkung: Die BRICS Staaten und ihr wachsender politischer (und wirtschaftlicher) Einfluss als Gegenpol zum westlichen Imperum und der Nato haben einen spürbaren Rückschlag erhalten.

Der Großteil der Länder der Welt dürfte von diese Machtprobe, der Vernichtung eines souveränen Staates, der Hinrichtung eines Staatsoberhauptes, der Zerstörung seiner Infrastruktur und der Beschlagnahme seiner Rohstoffe als Ergebnis eines acht Monate dauernden Krieges eingeschüchtert sein. Falls hinter der Entscheidung Russlands und Chinas nicht eine wohldurchdachte Strategie steckt, dürfte ihr Verzicht auf ihr Veto in der UNO ein schwerer Fehler gewesen sein. Die USA setzen ihrerseits seit Jahrzehnten bei Resolutionen über den Staat Palästina ihr Veto ein. Wir wollen nicht glauben, dass sich China allein mit den Erklärungen des US Vizepräsidenten über die Anerkennung der Souveränität Chinas über Taiwan und Tibet zufriedenstellen ließ. Mit Sicherheit braucht China Zeit und vermeidet Fallstricke, die zu einer offenen Konfrontation führen können. In Russland hat jetzt der Wahlkampf begonnen. Er dürfte zur Ablösung von Medwedew durch Putin führen. Medwedew hatte sich stärker mit dem Westen eingelassen. Tatsache bleibt, dass beide Mächte einen Rückschlag und spürbaren wirtschaftlichen Schaden erlitten haben (30.000 chinesische Arbeiter wurden aus Libyen evakuiert, große Verträge Russlands über militärische Lieferungen und die Ausbeutung von Öl- und Erdgaslagerstätten wurden annuliert usw).

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Wovon das libysche Volk befreit wurde!

Wovon das libysche Volk befreit wurde!

Nun scheint der Krieg in Libyen erst einmal ein Ende gefunden zu haben, jedenfalls wurde der Sieg verkündet und über kriegerische Handlungen ist in den Medien gegenwärtig nichts zu vernehmen. Dafür wird um so mehr für neue Kriege getrommelt, auf der Agenda stehen gegenwärtig Syrien und Iran, in Syrien läuft das Schema ähnlich wie in Libyen ab und im Iran wird wie gehabt das Atomprogramm des Landes zum Anlass genommen. Als der Kampf der NATO gegen das libysche Volk noch tobte, war an einen weiteren Krieg zwar schon gedacht worden, allein es waren noch Kräfte gebunden. Dafür wird nun umso intensiver die Kriegstrommel geschlagen.

Im Oktober fanden sich im Schweiz Magazin folgende Tatsachen zur „Befreiung“ des libyschen Volkes, ja von was wurde dieses Volk eigentlich befreit! Im Folgenden der Text aus dem Schweiz Magazin, auf welchen ich hier aufmerksam wurde:

Was der Diktator und Tyrann Gaddafi seinem Volk alles antat, wird jetzt täglich Stück für Stück bekannt. Hier eine Aufzählung seiner Grausamkeiten unter denen die Libyer 4 Jahrzehnte leiden mussten.

1. Es gab keine Stromrechnung in Libyen. Strom war kostenlos für alle Bürger.

2. Es gab keine Zinsen auf Kredite. Die staatlichen Banken vergaben Darlehen an alle Bürger zu null Prozent Zinsen per Gesetz.

3. Ein Heim/Zuhause zu haben galt als ein Menschenrecht in Libyen.

4. Alle Frischvermählten in Libyen erhielten 50.000 US-Dollar. Dieses Geld sollte den Menschen ermöglichen ihre erste Wohnung zu kaufen. Die Regierung wollte so zum Start einer Familie beitragen.

5. Bildung und medizinische Behandlungen waren frei in Libyen. Bevor Gaddafi an die Macht kam konnten nur 25 Prozent der Libyer lesen. Heute liegt die Zahl bei 83 Prozent.

6. Wollten Libyer in der Landwirtschaft Karriere machen, erhielten sie Ackerland, eine Bauernhaus, Geräte, Saatgut und Vieh als Schnellstart für ihre Farmen und das alles kostenlos.

7. Wenn Libyer keine Ausbildung oder medizinische Einrichtungen finden konnten die sie benötigten, hatten sie die Möglichkeit mit der Hilfe staatliche Gelder ins Ausland zu gehen. Sie bekamen 2.300 USD im Monat für Unterkunft und Auto gezahlt.

8. Wenn ein Libyer ein Auto kaufte, subventionierte die Regierung 50 Prozent des Preises.

9. Der Preis für Benzin in Libyen war 0,14 $ (12 Rappen oder ca. 0,10 Euro) pro Liter.

10. Wenn ein Libyer keine Arbeit bekam nach dem Studium, zahlte der Staat das durchschnittliche Gehalt des Berufs in dem er eine Arbeit suchte, bis eine fachlich adäquate Beschäftigung gefunden wurde.

11. Libyen hat keine Auslandsschulden und ihre Reserven in Höhe von 150.000.000.000 $ sind jetzt weltweit eingefroren und wohl für immer verloren.

12. Ein Teil jeden libyschen Öl-Verkaufs wurde direkt auf die Konten aller libyschen Bürger gutgeschrieben.

13. Mütter die ein Kind gebaren erhielten 5.000 US-Dollar.

14. 25 Prozent der Libyer haben einen Hochschulabschluss.

15. Gaddafi startete Das “Great-Man-Made-River-Projekt” (GMMRP oder GMMR, dt. Großer menschengemachter Fluss-Projekt) in Libyen Es ist das weltweit größte Trinkwasser-Pipeline-Projekt für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft.

Gott sei Dank haben Nato und Rebellen das libysche Volk davon befreit.

 

Zwei Kommentare und ein Leserbrief

Zwei Kommentare und ein Leserbrief

Auf der Seite von Barth Engelbart finden sich in den letzten Tagen zwei Beiträge zur Position der Partei DIE LINKE zum Libyenkrieg der NATO. Zu beiden Beiträge, auf welche ich hiermit verweisen möchte, habe ich jeweils ein Kommentar hinterlassen. Dabei ist gerade auch die Position der Partei DIE LINKE zu hinterfragen, die beiden Beiträge gegen durchaus Aufschluss über das eigentliche Wesen dieser Partei. Sie ist angekommen im System und damit besteht ihre Aufgabe darin das System zu stützen, es zu halten und alles zu tun, damit es am Leben bleibt. So  beschäftigt sich der erste Beitrag mit dem Verhalten der Linken während des Krieges und der zweite Beitrag in Auswertung desselben, wobei der Krieg eigentlich noch nicht zu Ende ist, sondern die NATO nach wie vor ihre Bomben wirft.

Mein Kommentar zum ersten Beitrag:

Aber der Tod von Illusionen ist auch ein Schrei nach Leben!

Ja so ist es, in Kriegen sterben auch Illusionen, so auch die Illusion von unabhängiger organisierter deutscher Friedensbewegung, oder auch friedfertiger Linken! Dabei ist es im gegenwärtigen System mit der Unabhängigkeit ohnehin ein Problem, gern wird sie bemüht und besonders wenn es gilt Abhängigkeiten zu verbergen. Wer nimmt den ernsthaft an, dass es zum Beispiel an deutschen Universitäten darum geht, dass System des Kapitals in Frage zu stellen? Kritik schon, die muss sein, immerhin gilt es auch ernsthafter, auf Veränderung abzielender Kritik entgegenzuwirken. Wie gut so etwas gelingt hat gerade der Krieg gegen Libyen gezeigt. Die Logik welche dahinter steckt, es ist immer günstiger den Widerstand gegen die eigene Politik, gegen die eigene Tat selbst zu organisieren, bevor es andere tun! Wenn es andere machen, wird versucht zu unterwandern, nachdem negiert, klein geredet und verunglimpft wurde. 

Aber noch einmal zurück zur Unabhängigkeit, was ist schon Unabhängig und vor allen von was, von wem, wieso und weshalb? Unabhängigkeit ist eine Illusion und wird dieses auch immer bleiben, Unabhängigkeit ist nicht einmal lebensfähig, sie bedeutet den Tod, im Falle der Friedensbewegung den gesellschaftlichen Tod! Auch wenn jetzt nach langer Ruhe wieder getrommelt wird und versucht wird zu Retten was zu Retten ist, so ist zumindest erhebliches Vertrauen verloren gegangen. Das Verhalten der Friedensbewegung in diesem Land zeigt, im Gegensatz zum Verhalten vieler Friedensbewegter, welche Abhängigkeiten der vermeidlichen Unabhängigkeit zu Grunde liegen. Der Götze Unabhängigkeit im Tempel des Mammons hat gelitten und es ergeben sich Möglichkeiten diesem zu entkleiden, Abhängigkeiten aufzuzeigen, aber auch eine abhängige Friedensbewegung aufzubauen. Eine Friedensbewegung, deren einzige Unabhängigkeit in der Unabhängigkeit von den verschiedensten Götzen des Kapitals besteht, ansonsten abhängig von konkreten und allgemeinmenschlichen Bedürfnissen und Interessen ist.

Nun mein Kommentar zum zweiten Beitrag:

Ja, was soll man dazu sagen? Immerhin „stellen sich zahlreiche Fragen nicht nur zu den Umständen seines Todes, zu Menschenrechtsverletzung auf beiden Bürgerkriegsseiten und zu den realen Opferzahlen des Krieges.“ Wenn schon eine Schuldfrage zu klären ist, dann sind doch bitte beide Seiten Schuld, die Logik dieser Aussage. Die Angreifer, weil sie angegriffen und die Verteidiger, weil sie sich verteidigt haben! Und wenn dazu noch das Märchen vom Bürgerkrieg erzählt wird, stimmt die Welt wieder, jedenfalls bei der Partei DIE LINKE. Nur kann bei solch massiver NATO Unterstützung überhaupt von einem Bürgerkrieg die Rede sein? Oder ist es nicht eher so, dass der Aggressionskrieg der NATO gegen das libysche Volk von einigen libyschen Kollaborateuren und islamischen Söldnern unterstützt wurde? Nach den neusten Erkenntnissen, welche sich zum Teil sogar in den Meinungsmachemedien spiegeln, müsste das selbst Strategen der Partei DIE LINKE auffallen.  

Wenn letztlich Verbrechen nicht mehr geleugnet werden können, so müssen sie wenigstens relativiert werden und hätte sich das libysche Volk nicht verteidigt, so wäre der Schaden nicht so groß! Welch fatale Logik, lasst euch knechten, ergebt euch und fügt euch in euer Schicksal, was eine solche Herangehensweise auch für unser Volk bedeutet, scheinen sich die meisten Menschen hierzulande nicht bewusst zu sein. Kritik ja, aber das System des Kapitals in Frage stellen, würde doch etwas zu weit führen. So hat die Partei DIE LINKE sich anscheinend zum Ziel gesetzt, das System zu erhalten, nur in seinen Wirkungen für die Menschen verträglicher zu gestallten. Es wird gekämpft um Gerechtigkeit, Gerechtigkeit der Ausbeutung! Ein jeder Mensch in diesem Lande hat das Recht ausgebeutet zu werden. Gegen HARTZ IV wird gefochten, warum, weil es sozial ungerecht ist, oder eine Form des kalten Krieges gegen das eigene Volk?

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Und das Bomben soll weitergehen!

Und das Bomben soll weitergehen!

Nun hat Libyen einen Übergangsrat welcher möchte, dass weiter Bomben aufs eigene Volk geworfen werden! Was bis jetzt ja Grund für die NATO-Bombardements auf libysche Städte war, nämlich der Schutz der Bevölkerung vor Luftangriffe libyscher Flugzeuge, als Gaddafi noch lebte. Zwar flogen libysche Flugzeuge schon lange nicht mehr, waren in den ersten Kriegstagen zerstört worden, aber das spielte keine Rolle. Irgendjemand musste dann auch die behaupteten Bomben auf die libysche Bevölkerung werfen und da es ansonst keiner machte, blieb der NATO nichts anderes übrig als es selbst zu tun. Dabei war zwar der Lynchmord an Gaddafi für die Aggressoren und deren führende Politiker ein Grund zum Jubeln, ein Grund um mit dem Bombenwerfen aufzuhören war es hingegen nicht!

Nun wurde zwar der Sieg verkündet, trotzdem soll die NATO … ihren Krieg gegen Libyen zumindest bis Jahresende fortsetzen. Das forderte der Chef des »Nationalen Übergangsrats« (NTC), Mustafa Abdel Dschalil, am Mittwoch in Doha bei einer Konferenz mit den Staaten, die sich daran militärisch beteiligen.“ Diese Aussage findet sich so in der Jungen Welt in einen Beitrag unter der Überschrift „Bitte weiterbomben“!

Was ist den nun mit dem verkündeten Sieg? War er Erstunken und Erlogen? Oder warum sollen weiter Bomben geschmissen werden und die Zahl der Toten erhöht? Sollen die NATO-Truppen jetzt etwa zwischen den einzelnen Bürgerkriegsparteien „schlichten“? Wie so etwas erfolgt und wie die NATO den Völkern Frieden bringt, konnte schon vor dem Krieg in Libyen, in Afghanistan, im Irak und anderswo erfahren werden. Nein, der Krieg in Libyen ist noch lange nicht zu Ende, ein Volk kämpft weiter um seine Freiheit und die Kriegsherren um die Beute. Dass in diesem Krieg nicht nur aus der Luft eingegriffen wurde, ist eigentlich schon länger bekannt, wie dem Artikel nun zu entnehmen, besteht die neue Qualität darin, dass es nicht einmal mehr geleugnet wird!  

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Medialer Kampf um die Rechtfertigung eines Krieges!

Medialer Kampf um die Rechtfertigung eines Krieges!

Nun finden sich in den Medien die verschiedensten Informationen zum Tod von Gaddafi und wie es in Libyen weitergehen soll. Dabei scheinen gerade die Meinungsmachemedien den Auftrag bekommen zu haben, mit Nachdruck ein Bild von Gaddafi zu vermitteln, welches taugt, den Krieg gegen das libysche Volk zu rechtfertigen. Dazu laufen auf vielen Kanälen Sendungen, welche sich mit dem Leben und Tod Gaddafis auseinandersetzen und das Bild eines in Elend und Arroganz gestorbenen Diktators zu vermitteln suchen. Nun egal, welches Bild auch gezeichnet wird und sicher hat dieser Mann auch Fehler gehabt und gemacht, kann dieses doch lange noch nicht den Mord an tausenden Libyern rechtfertigen! Doch wird es versucht und leider so manchen fruchtbaren Boden erreichen. Überhaupt hat der Anteil der Meinungsmachemedien an diesem Krieg neue Dimensionen erreicht, und mehr als bei allen anderen Kriegen der jüngeren Vergangenheit war dieser Einfluss zu erkennen. Von Beginn der Auseinandersetzungen an, wurde alles getan, um diesen Krieg in einem rechten Licht erscheinen zu lassen, wobei es eigentlich nie eine andere Forderung gegeben hat, als die der Absetzung Gaddafis. Das allein zeigt eigentlich, auf welch wackligen Füßen dieser Krieg gestanden hat. Dennoch ist es mittels medialen Trommelfeuers gelungen, die Völker weitestgehend für diesen Krieg zu vereinnahmen, zumindest ruhig zu halten. Es ist den Meinungsmachemedien gelungen, von den eigentlichen Ursachen des Krieges abzulenken und einen Einzeltäter als Ziel zu präsentieren. Nur, zeugt ein solcher Erfolg nicht von Einfältigkeit als Massenerscheinung? Sind die Menschen in den Hauptländern des Kapitals überwiegend wirklich so naiv zu glauben, was die Meinungsmachemedien ihnen servieren, ohne es nur in einem Anflug von Zweifel zu hinterfragen? Sollte der Herdentrieb des Individualismus schon soweit ausgeprägt sein, dass die Menschen vermeinen, ein einzelner könne die Welt regieren, oder zumindest ein Land? Sicher spielen Persönlichkeiten eine Rolle in der Geschichte, nur entscheidend für ihr Wirken, für ihre Erfolge, sind ihre Fähigkeiten, das unter den mannigfachen gesellschaftlichen Bedingungen  Entscheidende, das objektiv Gesetzmäßige, zu verstehen und die Massen für dessen Lösung zu befähigen und zu führen.

Aber nicht nur das dieses von den Medien gern negiert wird. Es wird Wasser auf die Mühle der Macht individualistischer Egozentrik gegossen, welche zwar innerhalb kapitalistischen Seins gern hochgehalten und mittels Elitetheorie sogar begründet wird. Wenn es aber den eigenen Interessen widerspricht, simuliert es gern, dem mit Volkes Macht entgegenzutreten, mit einer Macht also, welche man dem eigenen Volk gern abspricht! Allein die Ursachen der sich zuspitzenden Widersprüche innerhalb kapitalistischen Seins ist besagte Egozentrik aber nicht, sondern eine Folge objektiver Gesetzmäßigkeiten, welche im System des Kapitals wirken!

Wie dem auch ist, die Menschen in den NATO-Staaten waren in ihrer Mehrheit untätig, was die Untat der NATO und ihrer Schergen stützte und deckte. Keine bedeutende politische Kraft in der BRD hat klare Position gegen den Krieg in Libyen bezogen, maximal wurde die Verhältnismäßigkeit der Mittel angesprochen, das Ziel der Operation aber nicht in Frage gestellt!   

So wie die Propaganda für diesen Krieg aufgebaut ist, war der Tod Gaddafis das einzige Ziel dieses Krieges. Der Tod zehntausender Libyer wird geflissentlich unterschlagen, oder als Kollateralschaden betrachtet. Freiheit hat eben ihren Preis, jedenfalls die bürgerliche Freiheit geht dabei durchaus über Berge von Leichen. Bürgerlich sei da im klassischen Sinne und nicht im allgemein gebräuchlich verklärten gemeint und am Besitzstand orientiert. Bürger ist nach wie vor mit Besitzstand verbunden, auch wenn diese Bezeichnung heute einem jeden Menschen gern auf die Stirn gepresst wird. Seinen Anfang nahm eine solche Vorgehensweise mit der französischen Revolution, wo selbst in der Anrede der „Bürger“ vorangestellt wurde. Dabei ist ein Blick in die tägliche politische Praxis ausreichend, um zu erkennen, wer eigentlich die Bürger sind und wer nicht. Zwar werden Bürgerrechte immer wieder verkündet und sich auch auf diese berufen, allein gelten sie nur für eine bestimmte Gruppe Menschen und sind selbst im kleinsten Umfang vom Besitzstand (in einfacher Form vom Geld) abhängig. Sie haben nur bestimmten Interessen zu dienen, vorrangig jenen des Kapitals. So spielt es auch keine Rolle, wenn ein Politiker gejagt wird, dass die Wahl der Mittel genauso sekundär ist, wie die Verhältnismäßigkeit ihrer Anwendung. Dabei haben jene Kreise, welche den Krieg gegen Libyen angezettelt und geführt haben, ja noch führen, allgemein nicht einmal etwas gegen Despoten, Diktatoren und was es noch so gibt. Sie haben auch nichts gegen Gottesstaaten wie zum Beispiel Israel und Saudi-Arabien oder andere Staaten, welche gelegentlich in der Kritik stehen, wenn sie nur den „bürgerlichen“ Interessen dienen.

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Wie widersprüchlich Meldungen doch sein können, …

Wie widersprüchlich Meldungen doch sein können, im Zusammenhang mit den vermutlichen Tod Gaddafis, wobei selbst über die Art und Weise des Todes spekuliert und ein Bild gezeigt wird, welches nicht gerade Schussverletzungen an den Beinen zeigt, wird auch die Verhaftung seines Sohnes Mutassim Gaddafi verkündet. Dabei wurde vom Tod des Letzteren erst vor einigen Tagen berichtet. Aber nicht nur in diesem Zusammenhang ist es Fraglich was wirklich in Libyen los ist. Es werden seit Beginn des Krieges Erfolge verkündet, welche sehr oft korrigiert werden mussten, dabei gab es vor der Einnahme von Tripolis durchaus noch eine unabhängige Berichterstattung. Ob nun Sirte eingenommen wurde, kann schon sein, vertrauen verdienen die Meinungsmachemedien hingegen nicht mehr. Sie haben sich in diesem Krieg letztlich entzaubert. Das diese Stadt eingenommen wurde ist wahrscheinlich, den massiven wochenlangen Druck der NATO und ihrer Hilfstruppen, dazu abgeschnitten von der Außenwelt, die Infrastruktur zerstört und tausende getötet, kann nicht ewig standgehalten werden. Der Krieg wird deswegen aber noch lange nicht zu Ende sein, nicht nur das es durchaus noch Widerstand gibt, er wird sich neu formieren, der NATO und ihren Helfershelfern weniger Angriffsfläche bieten.

Dabei geriet die NATO durchaus in Erklärungsnöte, nach Verkündung dieses Sieges ist nach vorhergehenden Verlautbarungen das Land befreit. Wie soll nun der Einsatz von NATO-Truppen gerechtfertigt werden? Andererseits und um auf den obig verlinkten Beitrag zurückzukommen, wie stellt sich das Kräfteverhältnis wirklich in Libyen da? Ist es so, wie hier zu lesen, dass der libysche Widerstand die Schwäche der „Rebellen“ genutzt hat um sich geordnet zurückzuziehen und neue Position zu beziehen? Im Beitrag finden sich weiter interessante Punkte, die es wert sind darüber nachzudenken.

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Mutassim Gaddafis Rede an die Welt.

Mutassim Gaddafis Rede an die Welt.

Nun ist es nicht neu im Krieg gegen das libysche Volk das die Meinungsmachemedien den Tod eines Sohnes Gaddafis verkünden. Und es ist auch nicht neu, dass sich der Todgesagte zeigt oder zumindest zu Wort meldet. Durch ein E-Mail wurde ich auf einen Beitrag mit der Überschrift: „Libyen: Mutassim Gaddafis Rede an die Welt. Aufruf zur globalen Revolution!“ aufmerksam und da diese Rede wohl kaum nennenswerte Beachtung in den Meinungsmachemedien finden wird, sei hier darauf verwiesen. Auch mit dem Ansinnen, dass sie dadurch gebührende Verbreitung findet.  

In diesem Zusammenhang sollte auch beachtet werden, dass dieser Krieg den Libyern bis jetzt über 60000 Tote gekostet hat, in der Mehrzahl alles Menschen, welche angeblich geschützt werden sollten. In Libyen wird ein Krieg geführt, welcher sich einreiht in eine Reihe weiterer Kriege auf drei Kontinenten. Dabei dauert die Eroberung dieses Landes nach wie vor an und wie oft wurden in diesem Krieg schon Siege verkündet, welche anschließend widerrufen werden mussten? Das libysche Volk weiß worum es kämpft, heute sind es nicht mehr nur die verloren gegangenen Errungenschaften, sonder es geht schlichtweg ums Überleben, wenn berücksichtigt wird, mit welcher Brutalität die NATO geführten Truppen gegen die Bevölkerung vorgehen. (Hier findet sich ein Fotovergleich von einer zerstörten Stadt während des Vietnamkrieges der USA und eines Straßenzuges in der libyschen Stadt Sirte.)

Dabei geht es nicht nur um Libyen, es geht um alle Menschen, es geht um unsere Welt, es geht um einen Krieg, welcher gegenwärtig in vielen Ländern geführt und beständig ausgeweitet wird. Es geht um einen neuen Weltkrieg, welcher in seiner Art und Weise und Ausdehnung der Produktivkraftentwicklung unserer Zeit entspricht. Die allgemeine Krise des Kapitals führt dazu, dass in einem immer größeren Umfang Produktivkräfte in Destruktivkräfte verwandelt werden und ihre verheerende Wirkung entfalten. Von den gegenwärtigen Kriegen sind alle Menschen auf diesen Planten betroffen, egal wie weit sie von den jeweiligen Kriegsschauplätzen entfernt leben. Dabei hat die Vergangenheit ausreichend bewiesen, dass Kriege auch immer an ihren Ausgangsort zurückkehren.

Hier der Text der Rede Mutassim Gaddafis:

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Gedanke zum Krieg in Libyen

Auf der Seite Kritische Massen findet sich ein Beitrag zum Libyenkrieg der NATO. Dieser Krieg ist noch lange nicht zu Ende, auch wenn die NATO bemüht ist so schnell wie möglich eine Regierung zu installieren, welche nach weltweiter Anerkennung strebt, ob wohl sie selbst alles andere als Homogen ist, wie selbst bürgerliche Medien eingestehen müssen.

Nein, immer noch kämpfen Libyer für ihre Freiheit und dieser Kampf wird solange weiter gehen bis er siegreich endet. Und es sind nicht die Rebelle, welche ohne NATO-Unterstützung längst Geschichte wären, sondern jene Kämpfer welche loyal zum Libyschen Staat stehen. Sie wissen was sie zu verlieren haben, ihnen ist bewusst dass sie eigentlich keine andere Alternative haben, erst recht nicht seitdem die politischen Bemühungen der NATO Verhandlungen eine prinzipielle Absage erteilt haben. Eine Versöhnung ist so nicht möglich, auch weil eingesetzte Regierung nur Objekt westlicher Politik ist und nicht selbst agierendes Subjekt.

Das die Medien in der Regel Erfolgsmeldungen verbreiten, den Krieg für beendet erklären oder auf einige kleine Widerstandsnester beschränken, ist nicht nur Zweckoptimismus zu verdanken, sondern auch dem Umstand, dass die Fortdauer des Krieges die letzten Reste des Kartenhauses zerbröseln lässt, welches zur Begründung dieses Krieges errichtet wurde.

Wie im oben genannten Beitrag dargestellt, steht das Volk der Libyer weitestgehend hinter der alten Regierung und würde es hierzulande ein kritische Masse geben und nicht nur Willfähige, welche der Berichterstattung im Namen von inhaltsloser Demokratie und Freiheit glauben, so würde sie erkennen, auf welcher Seite die Menschen in Libyen stehen. Mit der Zeit dauert der Krieg gegen das libysche Volk schon über ein halbes Jahr, Gaddafi hätte sich ohne Unterstützung aus dem Volk heraus nicht halten können. Wenn es die behauptete breite Oppositionsbewegung gegeben hätte, wären die Kämpfe längst beendet, es wäre höchstwahrscheinlich nicht einmal dazu gekommen.

Wie am Anfang dieses Krieges schon geschrieben, es gab und gibt unterschiede in der arabischen Welt, wo in Ägypten massenweise friedlich demonstriert wurde und auf Demonstranten geschossen, wo die Führung keinen Rückenhalt in der Gesellschaft hatte, wurden schnell Ergebnisse erzielt. Dabei ist dort noch vieles offen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich zeigen wird, was der Austausch der Führungsriege gebracht hat. Es gärt nach wie vor in diesem Land. In Libyen war es anders, nach anfänglichen Demonstrationen, welche sehr schleppend anliefen, saßen die „Demonstranten“ relativ schnell auf Panzern, überfielen Polizeistationen und meuchelten Gaddafianhänger. Dem Westen war das egal, seine Verantwortung für dieses Vorgehen ist mit der Zeit erwiesen und so wandelten sich die „Demonstranten“ schnell zu Rebellen, welche offen Krieg gegen die Regierung führten. Der Verlauf des Krieges entsprach nicht den Vorstellungen der Strippenzieher im Westen und so wurde direkt in die Kampfhandlungen eingegriffen und nicht einmal mehr versucht den Anschein eines Bürgerkrieges zu waren.       

Ist eine Bewegung, welche sich nicht bewegt, noch eine Bewegung?

Ist eine Bewegung, welche sich nicht bewegt, noch eine Bewegung?

Eine Bewegung, welche sich nicht bewegt, ist keine Bewegung!

Oder doch, nein, gelegentliche Eigenbewegung spielen kaum eine Rolle, da sie es an Wirkung fehlen läßt, zeigt aber das noch Leben vorhanden ist. Bewegung ist etwas erkennbares, welche zumindest ein Ziel hat zu dem sie hinführt. Dabei kann Bewegung durchaus gestört werden, sich verlangsamen, rückläufig sein, einen zick zack Kurz einschlagen, nur wen sie ihr Ziel aus den Augen verliert, hört sie auf eine gerichtet Bewegung zu sein und wird …! Ja was wird sie eigentlich, ziellose, orientierungslose Bewegung, Selbstbewegung?

Nein, so allgemein sollte es nicht betrachtet werden, zum einen handelt es sich hier um gesellschaftliche Bewegung und Bewegung im Allgemeinen wird es immer geben, nur nicht ohne Ziel, aus diesem Grund wird der jeweiligen Bewegung das Ziel mit gegen, so auch im Falle der Friedensbewegung in diesem Land. Das Ziel einer Friedensbewegung ist somit der Frieden!

Die Friedensbewegung hat im Falle Libyen aber ihr Ziel aus den Augen verloren, in dem sie sich nicht gegen die Aggression der NATO ausgesprochen hat, sondern nur die Verhältnismäßigkeit der Mittel kritisiert. Das Ziel der Aggression hingegen fand keine Kritik, jedenfalls nicht das vorgegebene. Das eigentliche Ziel hinter dem Ziel wurde nicht erkannt, oder sollte nicht erkannt werden, … konnte nicht erkannt werden? Letzteres wäre verheerend für eine solche Bewegung, denn es ist schon schlimm genug wenn sich auf die Argumentationsschiene der Aggressoren begeben wird, wenn aber die eigentlichen Zusammenhänge welche zum Krieg führten nicht erkannt werden, steht es nicht gut für die Sache des Friedens in diesem Lande!

Ja, dabei können die Geister durchaus gespalten sein, wenn es um die politischen Verhältnisse in Libyen vor der Invasion geht, nur bestimmt der Geist nicht das Sein, sondern umgekehrt. Und auch die Friedensbewegung müsste im Laufe der Zeit gelernt haben, dass es nicht im Interesse eines Volkes ist, von außen mittel Aggression die Probleme dieses Volkes lösen zu wollen. Die andauernden Kriege in Irak, Afghanistan, Somalia und anderswo auf der Welt zeigen dieses eigentlich sehr gut. Warum sollte das in Libyen anders sein?

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Libyen, woher kommt es, wohin geht es?

Libyen, woher kommt es, wohin geht es?

Ein Interessanter Beitrag zur Geschichte Libyen, den libyschen Verhältnissen im laufe der Zeit bis in die Gegenwart. Eine Analyse aus sozialökonomischer Sicht findet sich dem Link folgend. Bei aller Widersprüchlichkeit, bei allen Versuchen und Errungenschaften der Vergangenheit, in Folge des gegenwärtigen NATO-Krieges wird Libyen in seiner Entwicklung nicht nur zurückgeworfen, sonder in sich mehr gespalten sein als je zuvor.

Der obige Beitrag berücksichtigt den Stand der Entwicklungen in Libyen bis Mitte August, die Entwicklung ist weiter gegangen und veränderte Tatsachen wurden geschaffen, welche die Aggressoren veranlasste am 01.09.2011, dem Weltfriedenstag, an die Verteilung der Kriegsbeute  zu gehen.