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Wie war das mit den Sarazenen, oder so ähnlich?
Wie war das mit den Sarazenen, oder so ähnlich?
Zu einem aktuellen Thema:
Nun ist es so, dass zurzeit ein Bundesbankvorstand zu unrühmlicher Berühmtheit gelangt, in dem ein von ihm geschriebenes Buch Gegenstand so mancher Betrachtung wird. Dabei haben die meisten ihre Informationen aus den Medien und das Buch wahrscheinlich selbst nicht gelesen. So ist es auch bei mir, wobei besagter Herr sich zum Thema in der Vergangenheit schon geäußert hatte und diese Aussagen durchaus umstritten waren. Wessen Geistes Kind dieser Herr ist, ist ebenfalls bekannt, auch wen von verschiedenen Seiten aus relativiert wird und seine Äußerungen beschwichtigend als der Anstoß einer lange überfälligen Diskussion dargestellt werden. Dieses konnte ich in einer persönlichen Diskussion erleben, in welcher gerade dieses Argument zu hören war. In diesem Zusammenhang ist auch erschreckend wie wenig doch die Ursachen gesellschaftlicher Verwerfungen in den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen gesehen werden, sondern im Menschen selbst, in seinen Veranlagungen, in seinen Genen etc. Nicht das Sein bestimmt das Bewusstsein, sondern das Bewusstsein das Sein und so wird gar unterstellt, dass genetische Veränderungen kurzfristige Prozesse seien. Dass dabei Völker, welche vor einigen hundert Jahren auf „höherer“ Kulturstufe lebten, als unsere Vorfahren zur selben Zeit, spielt keine Rolle, das hier und heute ist entscheiden.
Nun ist es besagten Menschen mit seinem Buch gelungen Aufregung zu verbreiten und Erregung zu schaffen, welches den Verkaufszahlen sicher nicht abträglich ist, aber in der Sache nur die Spitze des Eisberges erfasst. Auf dieser Seite hatte ich einen Beitrag gefunden, welcher einen anderen Beitrag wiedergibt. Da mir der gemacht Vergleich passend erscheint, habe ich folgenden Kommentar, welcher im Zusammenhang mit dem kommentierten Text verständlich wird, hinterlassen:
Ist schon komisch, viel wird nun geschrieben und gesprochen, es wird sich erregt und aufgeregt und es tangiert mich nicht einmal sonderlich, dieses Thema, um den Sarazenen. Wobei der Vergleicht treffend ist, für unserem Mischungskessel Mitteleuropa, wo seit jahrtausenden die verschiedensten Völkerschaften sich kreuzten. (Sogar mit einer anderen Rasse, den Neandertalern, soll solches vorgekommen sein.) Die Produkte dieser Kreuzungen wiederum zogen in die Welt um andere Völker zu bekehren und sich mit diesen auch zu mehren, ob gewollt oder ungewollt, die Bekehrten mussten dulden.
Wenn ich nun was zum Thema lese, höre, sehe, da verbreitete Präsens Entzug unmöglich zu machen scheint, so stellt sich mir die Frage, was das soll? Fokussiert auf die Spitze des Eisberges, wird sich auf das eine achtel, welches aus dem Wasser ragt konzentriert und die weiße Gefährlichkeit konstatiert, ohne zu merken, dass die anderen sieben achtel den Rumpf des Schiffes schon lange aufgerissen haben.
Ja, so leben wir auf einer Insel, welche keinen Namen hat und auf der die verschiedensten Piraten ihre Schätze vergraben haben, und wundern uns, das aus aller Welt die Schatzsucher kommen, vor allen jene, welche beraubt wurden, und ihren Anteil einfordern. Die Gralshüter der Schätze treten in Aktion und tun ihren Dienst, auch das eigene Volk zu spalten, in dem Unterschiede manifestiert werden, selbst wenn sie erst einmal konstruiert werden müssen.
Wobei einen neuen -ismus draus zu machen, ist wohl doch der Ehre etwas zu viel, ich würde einen schon bekanten -ismus für die Entäußerungen dieses Herren wählen, Faschismus!
Gruß
3.9.2010 bei 07:50
HaBE ich insofern auch gewählt, als ich den Sarrazionismus auch als SarraFaschismus bezeichnet habe. Der Mann hat sein Zeug aus verschiedenen Quellen zusammengemixt und ist jetzt bei Ulfkotte und Kopp-Verlag gut angekommen. Mal schauen ob der Kopp jetzt auch noch Sarrazins Kopp in seine Galerie einreihen kann. Ich glaube eher nicht. Sarrazin wird bei Großverlagen bleiben und sich und sein Gift weiter in die bereiten Schöße der “Volksparteien” schütten. Kann sein, dass er mit deren rechten Rändern noch ne weitere gründet.
3.9.2010 bei 14:24
Hallo HaBE,
Faschismus ist Faschismus, egal in welcher Verkleidung er daher kommt. Die Erfindung immer neuer Ismen taugt höchstens gewollte Verwirrung zu verstärken, oder gar zu stiften. Und selbst wenn der „Sarazene“ sich zurzeit auf Grund seiner gegenwärtigen Popularität heraushebt, so ist er doch nur ein Teil der Spitze des Eisberges. Ihm die Verkleidung zu nehmen ist angebracht, ihm einen neuen Ismus zu weihen meiner Ansicht nach nicht
Übrigens und davon einmal abgesehen, ist die gesamte Diskussion schon bezeichnend, und nicht nur, weil sie vorwiegend auf Basis weltanschaulichen Idealismus geführt wird, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Ablenkung von den eigentlichen Ursachen gegenwärtiger gesellschaftlicher Verwerfungen, in dem diese auf menschliche Wesenszüge projiziert werden. So werden letztlich Ursachen benannt, welche von den primären Widersprüchen innerhalb unserer Gesellschaft ablenken, um den Zorn der gepeinigten, der Unterdrückten, der Ausgebeuteten, auf ihren Gleichen zu lenken. Das passt in die Zeit und selbst wenn der Buchautor nun seinen Posten räumen muss, so wird es sicher nicht das Letzte sein, was von ihm in solchen Zusammenhängen zu hören war.
Hier wird auf dieses interessante Interview zum Thema verwiesen, welchen einiges Wichtige zum Thema entnommen werden kann.
Gruß
3.9.2010 bei 16:01
In Trotz Alledem steht ein recht guter Artikel zum Thema: Link
3.9.2010 bei 20:47
Ja Sepp,
ein interessanter Beitrag, es lohnt sich diesen zu lesen.
3.9.2010 bei 22:19
In einer Pressemitteilung im Informationsdienst der Wissenschaft, mit der Überschrift: „Thilo Sarrazin hat grundlegende genetische Zusammenhänge falsch verstanden“, wird sich mit dem Buch von Sarrazin auseinandergesetzt. Ein interessanter Beitrag, welcher sich mit den Behauptungen im Buch zur genetischen Unterschiedlichkeit von Menschen auseinandersetzt.