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Der Geist der Bürgerarbeit in zwei Reflexionen.
Der Geist der Bürgerarbeit in zwei Reflexionen.
Bürgerarbeit, ein Thema für sich und hier findet sich ein interessanter Beitrag dazu. Das Thema selbst geistert nun schon einige Zeit nicht nur durch die Medien und die verschiedensten Kreise aus Politik und Wirtschaft frohlocken über die anscheinend „humanistische“ Lösung eines Problems. Der verlinkte Beitrag hingegen zeigt deutlich auf, was in der Packung steckt, welcher die Schleife Bürgerarbeit umgebunden wurde. Letztlich handelt es sich um die Fortführung der Politik des Lohnabbaus und die Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Das vorgegebene Ziel, die Arbeitslosigkeit zu verringern und über diesen Weg die Betroffenen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, kann schon aus objektiven Gründen nicht erreicht werden. Somit wird man weiter die Statistik fälschen müssen, um wenigstens ein positives Bild der Auswirkungen wirtschaftlicher Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zu zeichnen. Zu erfahren ist auch, dass ca. 3,2 Millionen Arbeitslose, welche Arbeitslosengelder beziehen, unterschlagen werden. Eine erschreckend Zahl, nicht nur wenn die offizielle Zahl der Arbeitslosen hinzugerechnet wird. In diesem Zusammenhang ist es durchaus eine Leistung von Politik und Statistik, fast die Hälfte der Arbeitslosen unter den Tisch fallen zu lassen. Im Zusammenhang und in Verbindung mit weitern Maßnahmen der Regierung, welche gerade auch in den jüngsten Sparpaketen ihren Ausdruck finden, wird der bisherige soziale Konsens in der Gesellschaft vollends aufgekündigt, was selbst für die Kreise des Kapitals bedrohliche Formen annehmen kann.
Nun spiegelt sich das Thema Bürgerarbeit aber auch in den Regionen und somit auch in der regionalen Presse. Und so ist zu erfahren, dass es im Landkreis Harz Kräfte gibt, welche es beklagen, dass sich die ARGE in Halberstadt und Quedlinburg nicht am „Modellprojekt Bürgerarbeit“ beteiligen! Ansonsten wird, im Gegensatz zum oben verlinkten Beitrag, die Bürgerarbeit über den grünen Klee gelobt und als wahre Segnung gepriesen. Der Beitrag selbst gibt trotzdem anschaulich wieder, welche Auswirkungen dieses Projekt im Harzkreis hat und zeigt wie die ARGE in Halberstadt und Quedlinburg, im Sinne der Bürgerarbeit, auf Linie gebracht werden soll. Dabei war der verlinkte Beitrag nicht der erste zum Thema, in welchem Bürgerarbeit gepriesen wird, in dem vermeidliche Vorteile herausgearbeitet werden. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich auch daran, dass in der Beantragungsphase Vermeidlicherweise noch befürchtet wurde, dass nur einige Kreise in den „Genuss“ dieses Programms kommen würden. Als dann verkündet wurde, dass alle eine Zusage bekommen, welche einen Antrag gestellt haben, wurde von seitens konservativer Politiker gleich gegen die ARGEn geschossen, welche aus nachvollziehbaren Gründen keinen Antrag gestellt hatten. Nun wird über einen Umweg (in dem die wernigeröder KOBA auf den gesamten Landkreis Harz übertragen wird) versucht, auch die Langzeitarbeitslosen in den ehemaligen Kreisen Halberstadt und Quedlinburg in den „Genuss“ der Bürgerarbeit kommen zu lassen. Es darf eben nicht sein, was nicht sein soll und wenn sich die Regierung schon Maßnahmen zur Lohnsenkung einfallen lässt und Sparpläne beschließt, so sind diese gefälligst auch umzusetzen. Das nennt sich dann freiwilliger Zwang!