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Eine Anmerkung zur Entfremdung.
Eine Anmerkung zur Entfremdung.
In einer Diskussion, welche ursprüngliche einen anderen Gegenstand hatte, geht es nun um Entfremdung, ein durchaus wichtiges und interessantes Thema, welches den meisten Menschen nicht bewusst ist, aber dessen Erkenntnis vieles im menschlichem Leben in einem anderen Licht erscheinen lässt. Nun wurde eine Definition, eigentlich zwei Definitionen in die Diskussion eingebracht, mit den Verweis, dass Inhalte zu den verschiedenen Sachgebieten nicht durcheinander gebracht werden sollten. Nun bin ich nicht unbedingt dieser Meinung und habe folgenden Beitrag in die Diskussion eingebracht. Leider findest diese Diskussion in einer Mailingliste statt, und ist so nicht ohne Anmeldung verfolgbar. Eigentlich schade, das gerade in dieser Liste durchaus allgemein interessante Themen angesprochen und diskutiert werden. Aber was soll es, es ist einem jeden freigestellt sich anzumelden.
Eine Anmerkung zur Entfremdung und verschiedener Definitionen:
Nun gibt es durchaus unterschiedliche Definitionen für einen Begriff, entsprechend unterschiedlicher Sachgebiete. Im Falle von Entfremdung ist es meines Erachtens aber nicht unbedingt notwendig vor einer eventuellen Vermischung zu warnen.
Wie in der medizinischen Definition zu lesen ist:
„Entfremdung als medizinischer Fachbegriff:
Entfremdungserlebnis: Veränderung der Erlebnisqualität, wobei die Umwelt fremd, verändert, unheimlich empfunden wird. Bei extremer Ausprägung der Symptome kann die Existenz der Umwelt oder auch der eigenen Person negiert werden. E. kommt vor bei Schizophrenie, schweren Depressionen, ekstatischen Verzückungen im Rahmen epileptischer Dämmerzustände. S. a. Depersonalisationssyndrom.“
so frage ich mich, wo der entscheidende Unterschied ist, außer das hier im medizinischem Zusammenhang die Symptome auf einen einzelnen Menschen projektiert sind und im anderen Fall auf die gesamte Gattung (Gesellschaftsformation)?
Nun ist Entfremdung nur das eine, sich dieser bewusst zu werden/sein etwas ganz anderes! Und machen wir uns doch nichts vor, von wem wird diese Entfremdung als solches empfunden? Ist nicht Entfremdung soweit fortgeschritten, dass sie als der Normalzustand menschlichen Lebens betrachtet wird, und sie im breiterem Umfang nur bewusst wird, wenn es zu Erschütterungen im Systemgefüge kommt?
Aber auch alles was in der medizinischen Definition zu lesen ist, trifft ebenso für die Gesellschaft zu. Wie ist es denn z. B. um die Ergebnisqualität bestellt, wie wird die Welt und das eigene Leben wahrgenommen, und wer möchte nicht behaupten, dass ihm die Umwelt nicht schon mal fremd, verändert, unheimlich vorgekommen ist? Wie ist es mit dem negieren der eigenen Person, der Existenz, der Umwelt? Schauen wir uns um, wie ist es mit der Schizophrenie, den schweren Depressionen, oder ekstatischer Verzückungen im Rahmen epileptischer Dämmerzustände? Kann das nicht alles unbesehen auf das System des Kapitalismus übertragen werden? Schauen wir uns um, und wir werden erkennen, Entfremdung ist Entfremdung, ob ich einen Menschen betrachte, oder eine ganze Gruppe, Klasse oder Schicht, die Symptome sind die selben, genau wie die Ursachen!