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Oktober 2009
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Archive für 26.10.2009

Verlorenes Kulturgut und dessen nachträgliche Instrumentalisierung!

Verlorenes Kulturgut und dessen nachträgliche Instrumentalisierung!

Nun, es ist immer traurig wenn Kulturgut verloren geht. Und so wurden vor 40 Jahren die Reste der Paulskirche in Halberstadt gesprengt. Dieses ist der MZ einen Beitrag wert und dieser ist, mit der Reißerischen Überschrift: „Bürgerprotest einfach ignoriert“, in der heutigen Ausgabe, Seite 12 zu finden. Die Überschrift ist unterschrieben mit: „Halberstadt galt bis zur politischen Wende 1989 als Synonym für Verfall und Abriss von Häusern, darunter auch Kirchenbauten. Vor 40 Jahren wurde die Paulskirche abgerissen.“

Andere abgerissene Kirchen werden zwar nicht erwähnt, aber immerhin, es wurde der Teufel an die Wand gemalt. Hier in Form der unchristlichen DDR, die sich erlaubte, Ruinen, welche der zweite Weltkrieg hinterlassen hatte, eben auch mal anzureißen, wenn die Eigentümer kein Interesse an diesen mehr zeigten. Dieses war nämlich im Falle der Paulskirche so, welches im Text genauso angedeutet wird, wie die Zerstörung der Kirche im zweiten Weltkrieg.

Ausgehend von der Erstellung eines Bebauungskonzeptes wird festgestellt, dass es auch um den Erhalt der Kirche ging und einige historische Beweggründe werden angeführt. Ein Fotograf hinterließ in seinem Nachlass einige Bilder der Kirche, darunter auch welche von der Sprengung, ist zu erfahren. Darüber hinaus erfährt man einiges über den Widerstand gegen den Abriss und das sage und schreibe „trotz über 600 gesammelte Unterschriften die Sprengung der Kirchenruine nicht mehr“ verhindert werden konnte. (Über 600 Unterschriften, immerhin, um in Quedlinburg einen Volksentscheid gegen den Verkauf der Stadtwerke zu erwirken, waren fast 3000 Unterschriften erforderlich, 6000 sind es geworden, aber das nur am Rande!) Was natürlich in solchen Beiträgen immer wichtig ist, ist, das natürlich auch das „Ministerium für Staatssicherheit der damaligen DDR“ seine Finger im Spiel hatte. Im weiteren Text werden auch einige „Aktivisten des Widerstandes“ genannt und darauf verwiesen, dass es noch eine zweite Aktion gegeben hat, welche aber weniger bekannt ist. Die Initiatoren dieser Aktion „verfassten ein fünfseitiges Protestschreiben“, aus welchen zwei Abschnitte zitiert werden. Diese Zitate sind nicht uninteressant und tragen den damaligen Verhältnissen zum Teil eher Rechnung als der Beitrag in der MZ von heute. Nicht nur aus diesem Grund sind sie es Wert abgeschrieben zu werden: „“Zitat: „Das oft gebrauchte Argument, dass seit Kriegsende nichts zur Erhaltung getan wurde und dass man jetzt eine Entscheidung wolle, hat etwas Gewaltsames. Uns sind zwar nur vage Ideen, jedoch keine ernsthaften Versuche zur Erhaltung der Kirche bekannt. Die Kirche als Institution hat kein Interesse, einmal weil sie das Objekt nicht nutzen kann, zum anderen aus finanziellen Gründen. Aber das darf nicht Anlass zur Beseitigung sein. Die Verantwortung für dieses Baudenkmal liegt bei der Stadt. An die Stadtväter muss der Appell gerichtet werden, die Zeugen der Vergangenheit nicht nur als ökonomische Belastung, sondern als moralische Verpflichtung zu betrachten, besonders deshalb, weil Halberstadt aufgrund seiner baukünstlerischen und städtebaulichen Leistungen nicht nur fortsetzen, sondern durch die Pflege des Erbes auch bewahren …“.““ Im Zitierten kein Wort darüber, dass gerade das historische Stadtzentrum von Halberstadt Opfer der Bomben des zweiten Weltkrieges geworden ist, genauso wie die Kirche selbst. Aber interessant, der Stadt wird die Verantwortung übertragen, nachdem die Kirche als Institution abgelehnt hat den Pflichten als Eigentümer nachzukommen. Obwohl die Amtskirchen in Deutschland während der Zeit des Faschismus oft gemeinsame Sache mit den Faschisten gemacht haben und sich nur wenige Vertreter der Amtskirche in den Widerstand gegen den Faschismus einbrachten, wurde die Kirche als Großgrundbesitzer nach Kriegsende in der DDR nicht enteignet. Aber nicht nur im obigen Fall entzog sich die Kirche ihrer Verantwortung, sondern gerade auch im Sinne des Eigentumsfetischismus des jetzigen Systems. Nicht selten wurde dieses nach Einigung vom Staat übernommen und in einigen Fällen kam es eben auch zum Abriss. Hier die Schuld einzig und allein den politischen Verhältnissen in der DDR anzulasten, ohne die gegebenen Umstände zu berücksichtigen, ist reine Geschichtsverklärung. Am Rande bemerkt, waren solche Vorgänge auch in den alten Bundesländern zu beobachten, und so manches historische Kulturgut fiel der Abrissbirne zum Opfer und das auch ohne vorher Ruine gewesen zu sein.

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Bilder von Vorgestern!

Bilder von Vorgestern!

Und gestern gab es an einem wolkenlosen Himmel einen schönen Halbmond zu sehen.

 

Blick Blick etwas später Blick andere Richtung Blick woanders Blick zum Boden

 

5 x Blick, oder fünf Blicke!

 

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